(fupa) Wenn beim FSV Grün-Weiß Stadtroda von Konstanz gesprochen wird, fällt unweigerlich ein Name: Philipp Kraft. Der 31-jährige Torhüter ist seit vielen Jahren fester Bestandteil der Grün-Weißen, Identifikationsfigur – und in der aktuellen Situation wichtiger denn je. Vor dem Derby bei Schott Jena II spricht der Routinier offen über Abstiegskampf, Verantwortung und die Schlüssel für wichtige Punkte.
„Abstiegskampf“ als klare Standortbestimmung
Die Situation beim FSV ist klar umrissen. „Die Lage lässt sich mit einem Wort zusammenfassen: Abstiegskampf“, bringt es Kraft auf den Punkt. Woche für Woche müsse Stadtroda diesen annehmen, ungeachtet des Gegners. Dass die Qualität dafür vorhanden ist, habe man in der Hinrunde bereits gezeigt – etwa in Spielen gegen Bad Berka oder Zwätzen. Entscheidend sei jedoch die Konstanz: „Solche Leistungen müssen wir aber Woche für Woche auf den Platz bringen, um bestehen zu können.“ Positiv stimmt den Keeper vor allem die Stimmung innerhalb des Teams. Die Mannschaft halte zusammen, was gerade in dieser Phase enorm wichtig sei. „Noch wichtiger ist allerdings, dass wir diese gute Grundstimmung jede Woche mit auf den Platz nehmen und als Einheit auftreten.“
Verantwortung zwischen den Pfosten und als Führungsspieler
Gerade in dieser Situation kommt Krafts Erfahrung zum Tragen. Für ihn beginnt Führung ganz bodenständig – mit den eigenen Leistungen. „Das Wichtigste ist für mich erst einmal, dass ich meine eigenen Hausaufgaben erledige und soweit es geht den Kasten sauber halte“, erklärt der Torwart. Allein dadurch könne er der Mannschaft Sicherheit geben, denn Rückständen hinterherzulaufen sei aktuell besonders schwierig. „Daher muss die Null unbedingt stehen, solange es geht.“ Darüber hinaus sieht sich Kraft auch kommunikativ in der Pflicht, vor allem gegenüber den jüngeren Spielern. Die Abwehr besser zu organisieren und klare Abläufe zu schaffen, sei ein Entwicklungsprozess, an dem er intensiv arbeite. Indem er gezielt an seinen eigenen Schwächen arbeite, wolle er auch seine Mitspieler mitziehen.
Lerneffekte trotz durchwachsener Vorbereitung
Die Vorbereitung verlief ergebnistechnisch alles andere als optimal, doch für Kraft ist klar: Testspiele dürfen nicht überbewertet werden. „Die Ergebnisse waren alles andere als optimal, dennoch sind es Testspiele“, so der 31-Jährige. Entscheidend sei, dass man in den Punktspielen da sei und dort seine Leistung bringe. Positiv habe man dennoch mitgenommen, dass Stadtroda dann gut aussehe, wenn alle geschlossen ihre Aufgaben erfüllen. Gleichzeitig hätten die Spiele auch gezeigt, wie schnell es schwer werde, „sobald wir hier nachlässig sind“. Die Lehre daraus: „Wir müssen 90 Minuten konzentriert bleiben. Gute Phasen in den Spielen werden nicht reichen.“
Derby bei SCHOTT: Geschlossenheit als Schlüssel
Am Wochenende wartet nun mit Schott Jena II ein spielstarker Gegner, der viel über Ballbesitz kommt. „Mit SCHOTT erwartet uns eine Mannschaft, die spielerisch stark ist und immer mit dem Ball arbeiten will“, sagt Kraft. Schon im Hinspiel sei es kein leichtes Spiel gewesen, zudem habe sich der Gegner aus seiner Sicht weiterentwickelt. Der Schlüssel zum Erfolg liege in einer geschlossenen Mannschaftsleistung. „Vor allem defensiv gut zu arbeiten und überall auf dem Platz die Zweikämpfe anzunehmen, sehe ich als Schlüssel zum Erfolg“, betont der Keeper. Rückenwind gibt der Sieg aus der Hinrunde. Gelinge es erneut, kompakt zu stehen und die Chancen vorne zu nutzen, zeigt sich Kraft optimistisch: „Dann habe ich keinen Zweifel, dass wir auch in diesem Spiel drei Punkte mit nach Hause nehmen können.“

