Weimarer Land oder Saale-Orla 19.01.09   

Fußball: Strukturreform greift im Thüringer Fußball ab 2010/11 - Zwei von acht Varianten in engerer Diskussion
Von OTZ-Redakteur Axel Ukena Erfurt/Stadtroda. Wenn heute der Vorstand des Thüringer Fußballverbandes in Erfurt zusammentrifft, dann hat die Kommission um Gerald Rössel ein Thema auf dem Tisch: die Strukturreform des Thüringer Fußballs.
Der TFV-Vorstand befasst sich heute mit zwei von insgesamt acht Vorschlägen über Zusammengehen von Fußballkreisen und Staffelbildungen.

KFA-Vorsitzender Bernd Bock hat an der Erarbeitung von Vorschlägen in den vergangenen Wochen tatkräftig mitgearbeitet.

"Ziel ist es ja, später einmal nur noch neun oder zehn Fußballkreise zu bilden. Soweit sind wir aber noch nicht. Doch die Strukturreform zielt auf darauf ab", meint er mit Blick auf die zwei übrig geblieben Varianten, nämlich das Zusammengehen mit dem Saale-Orla-Kreis oder mit dem Kreis Weimarer Land.

"Ich persönlich hatte ja noch Saalfeld-Rudolstadt mit im Boot, auch, weil wir mit dem Saale-Orla und Saalfeld-Rudolstadt schon jetzt gut zusammenarbeiten", so Bernd Bock. Er hatte schon ein Treffen in Uhlstädt vereinbart. Doch ein solches Dreierbündnis wurde vom TFV erst einmal auf Eis gelegt. Weimar soll entweder mit Saalfeld-Rudolstadt oder Jena/Saale-Holzland zusammengehen. "Die Mehrheit der Kommissionsmitglieder sprach sich für Saale-Orla (15) aus, vier für Weimar", sagt Bernd Bock zum aktuellen Stand aus Jenaer Sicht.

Aus zwei Kreisen soll sich die neue Kreisoberliga rekrutieren, welche den Großteil der jetzigen Bezirksliga auffängt. Die Kreisoberligen - insgesamt nach Vorschlag neun mit einer Staffelstärke von 14 bis 16 Mannschaften - wären - so der Vorschlag - nach der Thüringenliga und dann drei statt bisher zwei Landesklassestaffeln die dritthöchste Spielklasse des TFV. Praktisch wird da nach Ende der Saison 2009/10 eine dritte Landesklasse-Staffel aufgefüllt mit den beiden Erstplatzierten der sieben Bezirksligastaffeln sowie den besten vier Drittplatzierten einer Relegation.

Die drei Relegationsverlierer, die Bezirksligisten der Plätze vier bis 15 sowie die 21 Kreismeister füllen dann die neun neuen Kreisoberligastaffeln auf. Nur die Bezirksliga-16. steigen in die Kreisligen ab.

Unterhalb bleiben die Spielklassen beginnend mit Kreisliga wie bisher bestehen, und das auch in den bisherigen Kreisgrenzen. Das gilt zumindest so lange, bis sich neue Fußballkreisverbände (9 oder 10) bilden.

Weimar oder Saale-Orla? In der Historie haben Jenaer Vereine eher mit Weimar, Apolda, Rudolstadt, Saalfeld etwas zu tun gehabt. Eisenberger oder Hermsdorfer Vereine dagegen mit der Geraer Region, wo auch Verein des heutigen SOK in die Osterlandliga eingebunden waren.

Ab 1920 festigten sich im Thüringer Fußball die Strukturen, das auch, weil sich immer mehr Vereine gründeten. Bis zum Kriegsausbruch hatten sich letztlich sieben Kreise herausgebildet, darunter Ostthüringen, wo u.a. der SC 1910 und der VfB Apolda, der SC 1903 Weimar, BC 03 Vimaria und VfL M. v. Richthofen Weimar, der 1. SV 03 Jena, VfB 1911 Jena, der SV 1910 Kahla, der VfB Rudolstadt und der VfL 06 Saalfeld kickten.

Das Osterland umfasste die Geraer Vereine Polizei, SC Wacker, SV Concordia 1910, SpVgg 04, dazu den 1. FC Greiz, Thüringen Weida, Schmölln, SpVgg 1914 Neustadt und VfB 09 Pößneck.

Bis zur Auflösung der Länder 1952 blieben diese Strukturen in den Bezirksklassen als Mittelthüringen und Ostthüringen. Erst nach der Einführung der DDR-Bezirke und darüber hinaus mit einer weiteren Zunahme der Vereine wurden Grenzen enger gesteckt. Da gab es eine, mit Ausnahme auch zwei Bezirkligastaffeln, sowie eine bis vier Bezirksklassestaffeln. Der Bezirk Ost ist - wie die Bezirke Süd und West - bis heute geblieben, obwohl die Grenzen seit der Strukturänderung 1995/96 mit Auflösung der Bezirksligen, Bildung der beiden Landesklasse-Staffeln und sieben Bezirksligen wieder "weicher" gezeichnet wurden.